Betreuungsleistungen §45b SGBXI

Ab dem 01.01.2015 stehen diese Leistungen allen Pflegeversicherten, die eine Pflegestufe haben zur Verfügung. Bei Einstufung in die Pflegeversicherung hat jeder Versicherte einen Anspruch auf monatlich 104 € bzw. 208 € (erhöhte Summe: z.B. bei Demenz). Bis zu diesen Höchstsummen werden sogenannte Betreuungsleistungen  die bei einem zugelassenen Pflegedienst abgerufen werden, von Ihrer Pflegekasse bezahlt.

Im Rahmen der Zusätzlichen Entlastungs-und Betreuungsleistungen gemäß § 45b SGB XI sind folgende Leistungen erstattungsfähig bzw. abrechenbar

  • Beaufsichtigung von Pflegebedürftigen, um Angehörigen und Pflegepersonen eine „sichere“ Auszeit zu ermöglichen
  • Unterstützung bei sinnvoller Beschäftigung, wie z. B. gemeinsames Lesen, Gesellschaftsspiele, gemeinsames Betrachten von Fotos, gemeinsames kochen oder backen etc.
  • Mobilisation in Begleitung, wie z. B. Spazierengehen, Gehübungen mit Rollator oder anderen Gehhilfen, Bewegungsübungen (jedoch nicht als Ersatz für Physiotherapie!)
  • Begleitung bei Unternehmungen zu Fuß, wie z. B. Arztbesuch, Behördenbesuch, Einkäufen und Apothekengang
  • regelmäßige Besuche unseres Besuchsdienstes (z.B. wöchentlich individuell vereinbar)
  • Kontrollbesuche

Alle diese Leistungen können stundenweise nach individueller Notwendigkeit mit uns vereinbart werden.

Bitte beachten Sie

Leistungen die grundpflegerische Hilfestellungen (Duschen, Baden, Inkontinenzversorgung) beinhalten, sind im Zusammenhang mit den Zusätzlichen Betreuungsleistungen gemäß § 45b SGB XI nicht abrechenbar!

Der Antrag  kann formlos bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden.

Je nach Betreuungsbedarf wird der Grundbetrag in Höhe von 104 € monatlich gewährt.

Bei Demenz, psychischer Erkrankung oder geistiger Behinderung steht der erhöhte Betrag (208 € monatlich) zur Verfügung.

Diese Gelder summieren sich, wenn sie nicht genutzt werden.

Außerdem können die Beträge die nicht in Anspruch genommen werden, bis zum 30. Juni des Folgejahres abgerufen werden.

Anspruchsvoraussetzung für den Grundbetrag (104 €) ist die Einstufung in die Pflegeversicherung.

Anspruchsvoraussetzung für den erhöhten Betrag (208 €) ist ein erheblicher allgemeiner Betreuungsaufwand, der analog des Kriterienkataloges der Begutachtungsrichtlinie des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen ermittelt wird.

Folgende Bereiche werden überprüft

Orientierung; Antrieb/Beschäftigung; Stimmung; Tag-/Nachtrhythmus; Wahrnehmung und Denken; Kommunikation und Sprache; Situatives Anpassen; Sozial Bereiche des Lebens wahrnehmen.

Wird bei einem oder mehreren dieser Bereiche eine Auffälligkeit ermittelt, die auf eine demenzbedingte Störung, geistige Behinderung oder psychische Erkrankung hinweisen, besteht ein regelmäßiger und dauerhafter Beaufsichtigungs- und Betreuungsbedarf voraussichtlich für mindestens 6 Monate.

Daher wird nach Beantragung dieser Leistungen eine genauere Begutachtung durch den MdK veranlasst.

Diese orientiert sich verbindlich an den folgenden 13 Punkten

  1. unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenzen)
  2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen
  3. unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen/potenziell gefährdenden Substanzen
  4. tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation
  5. im situativen Kontext inadäquates Verhalten
  6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen
  7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen
  8. als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung
  9. Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigung des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen),
  10. die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben
  11. Störung des Tag-/Nachtrhythmus
  12. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren
  13. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen
  14. ausgeprägtes labiles oder unkontrolliertes emotionales Verhalten
  15. zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression

Werden zwei dieser Punkte (1-13) bejaht und ist davon mindestens einer aus den Bereichen 1 – 9, sind die Anspruchsvoraussetzung für den Grundbetrag von 1248,- € pro Jahr erfüllt. Werden jedoch zusätzlich mindestens ein weiterer Punkt aus den Bereichen 1, 2, 3, 4, 5, 9 oder 11 bejaht, besteht der Anspruch auf den erhöhten Betrag von 2496,- € pro Jahr.

Nachdem Ihrem Antrag stattgegeben wurde, reichen Sie die Privat-Rechnungen des Pflegedienstes über die zusätzlichen Betreuungsleistungen zur Erstattung bei Ihrer Pflegekasse ein oder Sie unterzeichnen eine Abtretungserklärung und  der Pflegedienst rechnet direkt mit Ihrer Pflegekasse ab.

Möchten  Sie mehr Informationen rufen Sie uns an oder nutzen Sie den Kontakt Button.